Informationen Salicylat-Intoleranz/ Samter Trias

 

 

Was sind Salicylate?

 

Salicylsäure und ihre Salze, die Salicylate, sind Naturstoffe, die in vielen Lebensmitteln enthalten sind. 

Auch viele Medikamente und Pflegeprodukte nutzen diesen Wirkstoff. 

 
Bei einigen Menschen kommt es nach der Einnahme von Salicylaten zu leichten bis schwerwiegenden Folgen.
Im schlimmsten Fall kann ein anaphylaktischer Schock die Folge sein.

Ich war kürzlich auf einem Ärztevortrag zum Thema Asperin- Intoleranz in München.
Vielen Dank an Dr. Ziss und Dr. Gerz für die neuen Erkenntnisse.


Histamin, Asperin Intoleranz und die Mastzelle

„ Auffallend ist die Häufung von Intoleranz-Erscheinungen auf verschiedene im erweiterten Sinne funktionsverwandte Substanzen.
Dabei sticht das gemeinsame Auftreten von Histamin- und Salicylat-Intoleranz hervor. 
Eine Brücke zur Erklärung liefert die Mastzelle.“

Quelle: Prof. HW Baenkler, Uni Erlangen, Dustri Verlag 2019, Seite 36

„ Immer mehr stellt sich in der klinischen Praxis heraus, das v.a. die erworbenen AI-Fälle praktisch alle auch eine mehr oder 
weniger starke Histamin-Intoleranz ( HI) haben.“
Dr. Ziss Arzt für Hals-Nasen- Ohrenheilkunde, Allergologie und Dr. Wolfgang Gerz München

Auf diesen Seiten werde ich ebenfalls aus dem Buch von Prof. Hanns- Wolf Baenkler zitieren.
Ich danke allen drei Ärtzen für die freundliche Unterstützung. 

Es gibt eine angeborene und erworbene Intoleranz. Die Diagnose erweist sich heute noch als schwierig. 
Obwohl die Asperin-Intoleranz seit über 100 Jahren bekannt sein müsste, wird sie in der Medizin nicht angemessen wahrgenommen. Die Erkrankung manifestiert sich bevorzugt an Grenzflächen wie Schleimhaut, Haut und Gefäßsystem.

Salizylate bewirken im Organismus eine Verschiebung im Stoffwechsel der Arachidonsäure.




Anamnese

Der überragende Stellenwert der Anamnese bei der Salicylat Intoleranz beruht auf deren systemischen Charakter in einem noch wenig erschlossenen Gebiet, welches derzeit ohne Alltagsparameter auskommen muss. 

Auf die  freie Schilderung der Beschwerden sollten gezielte Fragen zur Präzisierung des Kontakts mit Salzylaten und wesensverwandten Stoffen ( Nahrungsmittel, Kosmetika, Medikamente) folgen. 
Konditionierende andere Ursachen (z.b. banale, latente, chronische Infekte, erschöpfende körperliche Tätigkeit, Stress beliebiger Art) sind ebenso wichtig wie der Ablauf( rasch oder spät nach Kontakt) oder die Reihenfolge der Beschwerden.

Nicht zu vergessen ist bei Frauen periodisches Auftreten im Zusammenhang mit dem Zyklus oder Veränderungen während der Schwangerschaft. Selbst ähnliche Beschwerden bei blutsverwandten Angehörigen, sogar an anderen Körperbereichen, sind bedeutsam.

Die Anamnese ist kurz und eindeutig bei zweifelsfreier Einordnung ( z.b. mehrfach Anfallsasthma nach Einnahme von ASS). Selbst da verwirrt, wenn dies nicht immer der Fall ist. Dann liegt möglicherweise ein Summationseffekt vor, wenn etwa bei einem Infekt salizylathaltige Schmerzmittel eingenommen worden sind.

Auszüge aus dem Buch von Prof. Hanns Wolf Bänkler

Mastzellaktivierungserkrankung

Definitionskriterien für das primäre systemische Mastzellaktivierungssyndrom

Hauptkriterium

Beschwerdekonstellationen, die die Folge einer pathologisch gesteigerten Mastzellaktivierung ist.
( Mastzellmediatorfreisetzungssyndrom)

Diagnosebogen von Professor Molderings, Uni Bonn

Quelle aus dem Buch von Prof. Hanns Wolf Bänkler



WAS SIND MASTZELLEN?

Mastzellen sind Zellen unseres Immunsystem, die im Zellkörper über viele Granula, kleine mit Botenstoffen gefüllte Bläschen verfügen.
Sie sind unter den Immunzellen in so weit einzigartig, weil sie im Knochenmark aus pluripotenten, hämatopoitischen Stammzellen entwickeln, dann aber als unreife Vorläuferzellen das
Knochenmark verlassen und über den Blutstrom in alle vaskularisierten Organe und Gewebe des Organismus einwandern.

Reife Mastzellen in den Geweben können sich bis zu 16 mal teilen und weisen neben den Nervenzellen des Gehirns mit einigen Jahren bis zu Jahrzehnten die längste Lebensdauer von allenKörperzellenauf,eine Eigenschaft, die unter anderem  auf eine kontinuierliche Präsenz von SCF (Stammzellfaktor) zurückzuführen ist. 
Literatur
(Moon TC, St Larent CD, Morris KE, Marcet C,Yoshimura T. Sekar Y, Befus AD, 
Advances in mast cell biology:new understanding of heterogeneity and function. Mucosal Immunol.2010;3:111-128)

Buch
Salicylat-Intoleranz
Professor Dr.med.emer.Hanns-Wolf Baenkler
ISBN 978-3-87185-525-2

Weiterführende Informationen 
MCAS Hope e.V

www.mcas-hope.de

VEREIN VAEM
www.vaem.eu